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Amaya – Die Katze die der Regen brachte.

Der Name ›Amaya‹ kommt aus dem Japanischen und bedeutet ›Nachtregen‹, und die Katzendame, die ich Euch jetzt vorstellen werde, trägt ihren Namen zu Recht.
Es trug sich zu im Sommer 2006 … Der Juni Abend war sehr schwül gewesen und die überquellenden Wolken taten das, was sie tun müssen wenn sie zu schwer werden. Sie regnen. Begleitet von Blitz und Donner taten sie es besonders heftig an diesem Abend, und Gabi beschloss noch zu warten um ihren Hund Gassi zu führen. In Gummistiefeln ging es dann mit Shayna, der Hündin, an der Nidda entlang. Auf halber Strecke hörte Gabi ein lautes, eindringliches Klagen … es kam direkt aus den meterhohen Brennnesselbüschen, die wild an der Böschung der Nidda wuchsen.
Was war das nur, Shayna zog schon an der Leine in Richtung des Gewimmers. Je näher sie kam, desto lauter und verzweifelter wurde das Schreien. Beide bahnten ihren Weg durch das nasse Gestrüpp und zum Vorschein kam ein winziges, total durchnässtes kreischendes Bündel Katze.
Das kleine Ding, froh darüber das es entdeckt wurde, ließ sich sogleich in den Arm nehmen, ohne zu murren. Es war total allein, Nichts und Niemand war in seiner Nähe. Keine Mutter, keine Wurfgeschwister, kein Haus. Der Himmel weiss wie es dort gelandet ist.
Sofort wurde das kleine Kätzchen nach Hause gebracht, Shayna vollkommen entzückt von so viel energischem Gejammer. Kaum im Handtuch eingewickelt und trocken gerubbelt, fing es sofort an zu Schnurren. Das kleine Katzenkind, ein Mädchen, war so glücklich im Warmen und Trockenen zu sein, dass sie jegliche Scheu vergaß. Gabi schätzte die Kleine auf etwa 5 Wochen. Feste Nahrung kannte sie noch nicht, aber die Milch nahm sie hungrig in sich auf. Dem Findelkind wurde dann der Name AMAYA gegeben, denn bei den Namen gibt sich Gabi immer besondere Mühe. Er sollte Bedeutung haben und dies hatte er allemal.

Amaya ist unglaublich unerschrocken. Sie ist die einzige Katze, die freiwillig in den Katzenkorb steigt und beim Tierarzt laut schnurrend und stolz auf dem Behandlungstisch steht um sich bewundern zu lassen. Sie ist die Königin in unserer Katzengruppe. Sie ist groß, wunderschön gezeichnet und als Katzen Model der Renner. Sie bittet nicht, sie fordert. Sie ist anschmiegsam und laut ist sie immer noch. Ihre Stimmgewalt hat ihr einst das Leben gerettet. Das hat sie sicher nie vergessen, und wenn sie was will, dann kreischt und miaut sie wie damals in der Sommernacht von 2006.

Amaya genieße ich mit Vorsicht, mir würde nicht in den Sinn kommen mich mit dieser Königin anzulegen. Das halte ich übrigens mit allen Mädels so. Denn Frauen sind Frauen, sind Frauen. Da orientiere ich mich lieber an Manolo, der rauft genauso gerne wie ich und versteht mich nicht dauernd falsch. Mau.