Manolo – Mein Kumpel

Es ist an der Zeit, meine neue Fellfamilie vorzustellen. Seit ich nun in Florstadt lebe, habe ich auf einen Schlag gleich fünf neue Katzenfreunde und zwei Hundekumpels bekommen. Ganz schön viele Fellnasen. Findet Ihr nicht?
Jede von ihnen hat natürlich auch eine Geschichte. Frauchen hat mir da so Einiges in mein Fellöhrchen geflüstert. Mit Manolo fang ich dann mal an, denn mit ihm hab ich mittlerweile den engsten und lustigsten Kontakt. Ein echter Kerl, mit dem ich so richtig prima rumtollen kann. Alles andere ist Weiberkram … hehe.
Manolo ist Spanier, Vollblutspanier. Wenn der könnte, wie der wollte, hätte er ein Torero Mützchen auf. Er kam über eine spanische Tierhilfe in Frauchens Familie. Als er noch recht klein war, hat man ihn wohl ›aussortiert‹, da er für die Zucht nicht in Frage kam.
Als ›Türkisch Angora‹ taugt Katze wohl nur, wenn sie formvollendet ist. Das ist Manolo auf seine Weise zwar schon, aber sein verkrüppeltes Schwänzchen entsprach wohl nicht ganz dem Schönheitsideal dieser Rasse. Nun sein Glück, wie ich finde, sonst wären wir uns zwei wohl nie begegnet. Er ist unglaublich temperamentvoll. Klettert dorthin, wo ich lieber nicht hin möchte. Küchenschränke gehören zum Beispiel dazu. Da wo der balanciert wird mir Angst und Bange. Kein Problem für Manolo. Kein Schrank ist zu hoch, kein Geländer zu schmal.
Eines Tages wollte er es mal wieder wissen, klettert, maunzt und gurrt um Gabi in der Küche zu beeindrucken. Wenn Manolo Aufmerksamkeit will, ist er nämlich immer besonders halsbrecherisch. Einmal kurz verschätzt, landet er auf dem Küchenboden und nimmt im Fall noch mal eben die Tischkante mit. Dumm gelaufen, oder besser gesagt dumm gehumpelt. Gabi hat einen riesen Schreck bekommen, denn sie stand direkt daneben. Der arme schwarze (aber dennoch stolze) Kater, humpelt so erhaben wie möglich aus der Küche.
Oh je, ein Fall für den Tierarzt. Der hat’s geröntgt, nichts gefunden, Schmerzmittel verschrieben, und Ruhe verordnet. Jetzt halte aber so ein Energiebündel mal ruhig? Bad ohne nicht allzu viele Klettermöglichkeiten war die Option, denn Käfigruhe ging gar nicht. Manolo hat das, ohne Missverständnisse aufkommen zu lassen, deutlich gezeigt. Der Käfig wurde umgekrempelt auf die feinste Art.
Tja aber wenn Manolo was macht, macht er es richtig. Das Humpeln ging nach einer Woche immer noch nicht weg, also wieder zum Tierarzt und siehe da, doch was gebrochen, der Mittelfuß. Glück im Unglück, gipsen kann man das nicht, also weiter Ruhe und keine Sprungmanöver, bis es heilt. Er ist jung, hat es tapfer getragen und mit viel Schmuseeinheiten in seiner Einzelhaft ist er wieder heile geworden. Ja, ja der Manolo. An Sprungkraft fehlt es ihm immer noch nicht, aber er ist etwas vorsichtiger geworden, sollte man meinen.

Was ich an Manolo besonders mag, ist sein Ringkampfstil. Er ist immer für ein Kämpfchen in Ehren zu begeistern. Manchmal geht zwar sein spanisches Temperament mit ihm durch, dann quietsch ich mal kurz und hau zurück und gehe in Deckung. Das hält mich aber nicht davon ab weiter mit ihm durchs Haus zu kugeln. Am liebsten nach dem Essen morgens und abends ist unsere Zeit. Ein echter Kerl eben, unter all den Mädels. Mau.