Männersache

Man(n) kennt das, erst wird sich aufgeblasen, gebuckelt, größer gemacht, langsam angeschlichen, mit dem Maul alles nur Erdenkliche unter den Augen des vermeintlichen Kontrahenten markiert und gestarrt was das Zeugs hält.
Ja, ja so fing unsere Männerfreundschaft auch an. Manolo, der Platzhirsch vom Dienst, tat genau eben das. Recht hatte er, musste er doch schließlich zeigen, dass er wichtig ist und sein Harem von vier Mädels ihm gehört. Ebenso sein Frauchen, sein Herrchen und sein Karton!
Klar habe ich dann erst mal Vorsicht walten lassen. Zaghafte Eingeständnisse, kluge Untertauchmanöver halfen mir, bis die Luft rein war.
Aber einschüchtern lasse ich mich nicht. Stellt Euch vor, das Wirksamste sind Klapse auf den Po! Manolo war irritiert. Ein bisschen Gurren meinerseits, hat ihm aber dann gezeigt, dass ich eigentlich endlich mal nur Ringen will. Nicht immer nur Federchen fangen und Bällchen kicken. Ich steh‘ auf Interaktion! Jawoll! Ich muss ja schließlich zeigen wie ich als Straßenkater eine ganz geschickte Art und Weise des Streetfights entwickelt habe. Ich sah es in Manolo’s Augen. Er ist aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ich. Hossa.
Seit einigen Tagen perfektionieren wir unsere Ringkämpfchen, es wird gekugelt, gerannt, umarmt und im Nacken festgehalten, aber das Treten mit den Hinterbeinen in fester Umarmung ist das Geheimrezept. Manolo musste erst mal kapieren, wieso ich ihm dauernd aufgelauert bin und nur Spaß haben will.
Eins steht fest, ich hab die größere Energie. Dauernd diese Verschnaufpäuschen. Wenns nach mir ginge, könnte ich dauernd Ringen … das macht soviel Spaß. Mau.